Gabriele Enke's Blurty
 
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    Wednesday, July 27th, 2011
    8:46 am
    {Die Berliner Mauer sollte ein Ort der Erinnerung bleiben
    Für den Fall, dass man in die Deutsche Demokratische Republik einreiste, hatte man fortwährend das Gefühl, in einem Spionagefilm zu sein.


    Berliner Mauer
    Die Grenzkontrollstellen waren für sich wirklich ein Abenteuer. Das Ganze war nicht eben angenehm. Man sah anfangs die trostlosen Türme aus Waschbeton und Gitter und Mauern mit Stacheldraht. Es war sehr viel militärisches Personal auf dem Areal und mithin war die Laune. Oftmals war hier einen Rückstau, weil die Automobiel getrennt bearbeitet wurden. Alle Passagiere eines Wagens mussten ihre Reisepässe durchgeben. Danach musste man sich gedulden, um später die Pässe wiederum zu bekommen.



    Es gab bisweilen Gerede, dass im Zusammenhang mit der der Zollkontrolle die Autos mit radioaktiven Strahlen durchleuchtet wurden. Die enorm holprige Transitschnellstraße in der Sowjetzone durfte man lediglich mit höchstens 100 kilometer pro Stunde befahren. An der Grenzlinie zu Westberlin gab es nochmals die Grenzkontrollen. Es kam hin und wieder vor, dass man aus der Spur gewunken wurde und das gesamte Fahrzeug zur Betrachtung in einem Schuppen verschwand.


    Wenn man dann zu guter Letzt in Westberlin war, ging man so schnell wie möglich zur Berliner Mauer. In Berlin West waren neben der Mauer hohe Aussichtsplattformen aufgebaut worden, damit man über die Mauer sehen kann.


    Berliner Mauer
    Für den Fall, dass man freilich auf einem der Hochstände war, konnte man gleichfalls den Streifen entlang der Mauer und in der Ferne Wohnhäuser wahrnehmen . Der Kapitalaufwand war enorm, ebenso wie an Soldaten als auch an Bauwerken. Aufregend waren außerdem die Grenzübergänge nach den östlichen Teil Berlins. Entweder man fuhr mit der Stadtschnellbahn über den Bahnhof Friedrichstraße oder mit dem Automobil über Neukölln oder Moabit in den Ostteil Berlins. Die Wartezeit war ähnlich wie bei den Übergängen an der Autobahn. Es gab von der SBZ die Verfügung, dass jedermann, der in das Territorium der Sowjetischen Besatzungszone einreist, je Tag 25,00Deutsche Mark in Ostgeld umtauschen muss.



    Man hatte folglich 25 Mark der Deutschen Notenbank und hatte Arbeit, die an einzigen Tag auszugeben. Gaststätten waren außergewöhnlich billig. Es war jedoch nicht zugelassen, dieses Geld wiederum mit nach Westberlin auszuführen. Da kam es zu der surrealen Sachlage, dass das Ostgeld vor der Ausreise aus dem östlichen Teil Berlins wie Abfall weggeschmissen wurde. Das verharrte von den Berlinern aus dem Osten nicht unbemerkt. Man konnte Leute verzeichnen, die manchmal die Mülleimer filzten. Es kam oft vor, dass man in der Nähe der Grenzkontrollstellen von DDR-Bürgern offeriert bekam, Westmark illegal in DDR-Mark zu tauschen. Wir haben uns niemals auf so etwas eingelassen. Es war bekannt, dass das häufig Stasi-Leute waren.



    Berliner Mauer
    Als junger Mensch damals verspürte ich es als kurios, dass die Ostler diesen Stumpfsinn einfach derart akzeptierten. Ich wusste nicht viel davon, wie die DDR ihre Bürger auf Linie getrimmt hatte. Der Bau der Berliner Mauer war eine brutale Intervention in die Ungebundenheit der Einwohner, die mit Macht durchgesetzt wurde. Wie wenn die Berliner Mauer nicht böse genug gewesen wäre, gab es an der Berliner Mauer darüber hinaus den Schießbefehl. Der gewöhnliche DDR-Bürger durfte nicht so einfach raus. Für den Fall, dass man einen passenden Antrag gestellt hatte, wurde man mehrjährig drangsaliert. Das Abhauen in das West - Ausland wurde Flucht aus der Republik geheißen. Fliehen war lebensbedrohlich.


    Führung Berliner Mauer
    Tuesday, July 26th, 2011
    3:26 pm
    {Die Berliner Mauer sollte ein Platz der Erinnerung bleiben
    Die Einreise alleinig war schon ein Erlebnis. Meiner Ansicht nach gruselig und besorgniserregend.


    Die Zonengrenzen waren an sich wirklich ein Erlebnis. Alles war nicht eben angenehm. Man entdeckte erst einmal die trostlosen Türme aus Beton und Zäune und Wälle mit Stachel-Draht. Es gab äußerst viel Militär auf dem Bereich und dementsprechend war die Laune. Immer wieder war hier einen Verkehrsstau, da die Personenwagen einzeln abgefertigt wurden. Jedwede Mitfahrer eines Wagens mussten ihre Pässe abgeben. Danach musste man sich in Geduld üben, um hinterher abschließend die Reisepässe wiederum zu erlangen.




    berliner mauer
    Vielleicht wurden die Transit-Resienden an den Grenzübergängen dabei auch mit Röntgenstrahlen untersucht. Auf der Transit-Fernverkehrsstraße in der Sowjetische Besatzungszone gab es eine Geschwindigkeitsbegrenzung von 100 kilometer pro Stunde. Da musste man darauf achten, auf keinen Fall mit dem Radar geblitzt zu werden. Endlich kam man zur Grenze Sowjetische Besatzungszone Berlin West. Wenn man Pech hatte, wurde man rausgewunken und die Soldaten untersuchten einige Stunden lang den Personenwagen.


    Die Berliner Mauer war eines der 1. Zielpunkte, die man anvisierte. Die Mauer war bekanntlich von der westlichen Seite nicht so spannend. Doch an einigen Orten in der Innenstadt waren hohe Plattformen aufgebaut.



    mauer berlin
    Dort ging man hinauf und konnte über die Berliner Mauer glotzen. Man sah den Streifen entlang der Mauer, die Soldaten und die Freiflächen, die nächtens blendend beleuchtet waren . Der Kapitalaufwand war gewaltig, sowohl an Soldaten als auch an Bauwerken. Ging man inwendig Berlins nach den östlichen Teil Berlins, musste man unvermeidlich einen von bestimmten Grenzkontrollstellen benutzen. Gleichermaßen das war u.U. eine zeitraubende Verfahrensweise. Entweder man fuhr mit der S-Bahn über den Bahnhof Friedrichstraße oder mit dem Wagen über Wedding oder Moabit in den Ostteil. Die Warterei war ähnlich wie bei diesen Übergängen an der Fernverkehrsstraße. Die 25,00DEM für den Zwangsumtausch musste man gleichfalls noch begleichen.




    Mit dem umgetauschten Zahlungsmittel konnte man andererseits nahezu nichts machen, weil es fast nichts zu kaufen gegeben hat, was wissenswert für uns gewesen wäre. Oftmals blieb eine beträchtliche Gesamtmenge an Ost-Mark übrig. Man durfte nicht aber das Zahlungsmittel in den Westteil Berlins mit nehmen. Man war gezwungen sich wirklich was überlegen. Man konnte irgendeinen sinnlosen Ramsch kaufen, welchen man dann entsorgte. Oder es blieb einem nix anderes übrig, als die DDR-Mark sogar zu entsorgen. Der eine oder der andere DDR-Bürger schlenderte in der Nähe der Grenzkontrollen herum und holte manchmal Ostgeld aus den Abfalleimern. Rund um die Grenzkontrollstellen lungerten wahrhaft ständig Leute aus dem östlichen Teil Berlins umher, die Nicht-Berliner fragten, ob sie DEM ungesetzlich wechseln wollen. Das war aber nicht anzuraten, da rigoros verboten.

    berliner mauer
    In meiner kindlichen Naivität habe ich mich seinerzeit gefragt, wieso die Einwohner von des östlichen Teils Berlins sich keineswegs dagegen wehrten, eingeschlossen zu sein. Ich habe seinerzeit keineswegs verstanden, dass ein Aufbegehren dagegen keineswegs möglich war. Sie lebten in einem diktatorischen Staat, der die Berliner Mauer versus den Willen der Bevölkerung mit Macht durchgesetzt hatte. Das schwerwiegendste Verbrechen außer dem Bau der Berliner Mauer selbst war der Schießbefehl. Fliehen in das westliche Ausland wurde Republikflucht genannt. Inzwischen gibt es nur noch einige originale Mauer-Teile zu entdecken. Am besten, man befragt einen Stadtführer oder einen Berliner.
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